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STERBEN HELFEN

nachtkritik, Elke Brault, 17.12.2016

Kurz und schmerzlos verschwinden die Figuren aus dem Stück. Gerade damit gelingt Konstantin Küspert ein überzeugendes Plädoyer für das langsame, schmerzhafte Sterben mit all seinen unvorhersehbaren Wendungen ...

Konstantin Küsperts "Was wäre, wenn"-Versuchsanordnung ist ein simpler, doch starker Text. Seine Uraufführungsregisseurin Marlene Anna Schäfer setzt ihrerseits auf die starken Schauspieler, unterstreicht die dramatischen Passagen nur behutsam ...

 Hier finden Sie die ganze Besprechung

Die Rheinpfalz, Jürgen Berger, 19.12.2016

„Sterben helfen“ entfaltet sich in schnellen Dialogen und funktioniert wie eine düstere Zukunftsvision. Die Frage lautet: Was wäre, müsste der Mensch im Fall einer existenziellen Entscheidung einem kaltblütigen Kosten-Nutzen-Denken folgen? Bei Küspert ist nicht mehr der selbstbestimmte Freitod Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, sondern die Weigerung, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, sobald man dem Gemeinwesen zur Last fällt ...

OPUS-Magazin, Elisabeth Maier, 19.12.2016

In seinem brillant komponierten Text schafft der politische Philosoph das Kunststück, dieses existenzielle Thema frei von jeder Moral zu verhandeln. Federleicht setzt Marlene Anna Schäfer das Stück in Szene. Dabei gelingt der Regisseurin mit ihrem großartigen Gespür für die Leichtigkeit auch in schweren Stoffen ein berührendes Plädoyer für das Leben, das auch im Angesicht des Todes so wunderschön sein kann ...

Nicht nur inhaltlich, auch formal ist „Sterben helfen“ ein kleines Meisterstück. Virtuos wechselt Küspert zwischen Dialogen und Erzählpassagen ... Klug reflektiert der Autor so eine faktenreiche Debatte, ohne je ins plakativ Dokumentarische abzurutschen. Mit ihrer tiefgründigen, zugleich aber unbändig spielfreudigen Regie erfasst Schäfer die dunklen Momente ebenso wie die die Unbeschwertheit des Textes ...

 

Theater heute, Cornelia Fiedler, 31.01.2017

Was Karlsruhe uns mit diesem Abend bietet, lässt sich als großes Sentiment mit philosophischen Tiefgang beschreiben. Selbst wenn man nicht die ethische Aussage dieses Stückes teilt, ist eine nachvollziehbare Perspektive auf das Problemfeld um würdiges Sterben zu erkennen. Sowohl der Text als auch die Inszenierung Sorgen mit ästhetische Präzision für Ehrlichkeit in der Debatte ...

Wo nötig kommentieren die Figuren das Geschehen, freundlich, distanziert und betont präzise, wie in hip gemeinten Fernsehdokumentationen. In der spielerisch leichten Regie von Marlene Anna Schäfer kommt darüber ganz sanft die Verunsicherung ins Spiel. …

Ohne belehrend zu wirken, katapultiert einen der Abend mitten in eine vielschichtige Auseinandersetzung, die längst keine Zukunftsmusik mehr ist. In «sterben helfen» mutiert die Freiheit, selbstbestimmt zu sterben, zur Pflicht, sobald das Leben belastend, unästhetisch und teuer wird. Aber welchen Wert hat so ein Leben? …

Lucy erfährt, wie sich der gefürchtete Ernstfall anfühlt …

Als ihre körperlichen Beschwerden immer schlimmer werden, inszeniert Schäfer nicht Lucys Leiden, das ist die Stärke des Abends, sondern einen frechen, energiestrotzenden Ausbruch aus dem cleanen Setting …

 

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