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NOWHERE OUT

Nachtkritik.de, Elisabeth Maier, 01.07.2017

Verfolgung und Flucht

Dass die Debatte über Vielfalt und Gleichberechtigung noch ganz am Anfang steht, zeigen Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura mit ihrem neuen Projekt "Nowhere Out". In der dichten Uraufführung auf der Studiobühne spüren die Schauspieler Schicksalen geflüchteter Homo-, Bi- und Transsexueller nach – LGBT ist das internationale Kürzel für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Und obwohl nun auch in Deutschland hetero- und homosexuelle Paare formal gleichgestellt werden, ist es noch ein sehr langer Weg, bis sich die Mehrheit der Menschen wirklich dafür öffnen wird ... Das neue Dokumentartheater von Kroesinger und Dura überzeugt gerade deshalb, weil das Regieteam sich nicht die Sicht der Muslime zu eigen macht. Vielmehr tasten sie sich vorsichtig an das Problemfeld heran. In die kluge Textfassung, die auf Interviews ebenso basiert wie auf wissenschaftlicher Recherche, fließen viele Perspektiven ein . . .

Lesen Sie die vollständige Kritik hier

Süddeutsche Zeitung, Adrienne Braun, 04.07.2017

– „Klassenmeuterei, Sexmeuterei, Liebesmeuterei“. Am stärksten ist „Nowhere Out“, wenn dokumentarisches Material sachlich zitiert wird. Denn Regine Dura und Hans-Werner Kroesinger haben durchaus interessante Rechercheergebnisse vorzuweisen . . .

Die Rheinpfalz, Jürgen Berger, 03.07.2017

„Nowhere Out“ nennen Hans-Werner Kroesinger, Regine Dura (Text) und Dramaturg Jan Linders eine auf Interviews basierende Dokumentation zum Schicksal geflüchteter homo-, bi- und transsexueller Menschen. Diese vergleichsweise kleine Gruppe wird ansonsten nicht wahrgenommen, Kroesinger/Dura geben ihr eine Stimme. Sie führten Interviews in Flüchtlingsunterkünften, recherchierten im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), befragten Sexualtherapeuten und untersuchten die gesellschaftliche Bedingtheit von Sexualität . . .

Gespielt wird in unterschiedlichen Wärme- und Kältegraden, von anrührend emotional bis zynisch distanziert. Gunnar Schmidt zum Beispiel ist einfühlsam anscheinend den Tränen nahe, wenn er einen Asylbewerber spielt, der während der BAMF-Befragung von seiner und der Folterung seines Freundes berichtet. „Solange man nichts verriet, beherrschte man die Situation, obwohl sie deinen Körper zerrissen.“ In der längsten Szene des Abends spielt Marthe Lola Deutschmann eine naiv anmutende BAMF-Beamtin, die mit Raumspray hantiert, sobald der Angstschweiß befragter Flüchtlinge zu penetrant in die Nase sticht . . .

 

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