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VOLKSTHEATER

LIEBE KARLSRUHERINNEN UND KARLSRUHER, NEUBÜRGERINNEN UND NEUBÜRGER, LIEBE GÄSTE IN UNSERER STADT,

Karlsruhe heißt viele Menschen willkommen und hat zahlreiche Besucher. Für einige von ihnen, die ihre bisherige Wirklichkeit zurücklassen mussten, ist unsere Stadt ein Ort des Ankommens. Manche teilen ihre Realität nur temporär mit der unseren, für andere wird sie zu einem neuen Zuhause. Mit besonderer Freude darf ich in dieser Spielzeit sagen, dass Karlsruhe auch für mich zu einer zweiten Heimat geworden ist. Ich bin sehr froh über den freundlichen Empfang und die vielen Begegnungen mit Ihnen, ob in Ihrem Alltag oder auf den Bühnen unseres Theaters.

Der Begriff „zweite Heimat“ ist nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern für viele von uns Wirklichkeit. Denn wir leben in einer Gesellschaft, in der er eine neue Dimension erhält. Diese Redewendung steht nicht nur für den Ort, an dem man geboren wurde, frühe Prägungen erlebt hat und der unsere Identität formt, sondern sie ist unmittelbar mit dem Recht auf Freiheit, Bleibe und Schutz verbunden. Miteinander teilen wir fast zweihundert Quadratkilometer Fläche, und unsere Realitäten überschneiden sich an verschiedenen Orten in der Stadt. Dort, wo wir uns begegnen, entstehen neue Räume mit gemeinsamen Erinnerungen und so auch neue Chancen: in unseren Wohnungen und an unseren Arbeitsplätzen, auf der Straße, den Wegen zu unseren Zielen und bei uns in Ihrem Theater.

In dieser Spielzeit, die unter dem Motto VON WAHN UND WIRKLICHKEIT steht, möchte das VOLKSTHEATER ganz nah an Ihrem Leben sein. Aus diesem Grund begeben wir uns mit Inschrift Heimat auf eine Expedition in den Stadtraum, um gemeinsam mit Ihnen zu forschen. Eine Spielzeit lang sprechen wir mit Ihnen, direkt in Ihrer Nachbarschaft, über Ihr Zuhause und entdecken kleine und verborgene Heimaten in Karlsruhe. In fünf Theaterepisoden zeigen wir das mit Ihnen entwickelte Stück vor Ihrer Haustür. Das Projekt mündet am Ende der Spielzeit in ein Finale auf der Bühne im GROSSEN HAUS.

In der Inszenierung Wie der Soldat das Grammophon repariert nach dem Roman von Saša Stanišić zeigen wir im STUDIO mit jungen Menschen, die unterschiedliche kulturelle Wurzeln haben, unser gemeinsames Heimatland aus der Perspektive der jüngsten Generation. Dem Buch selbst liegt die wahre Geschichte des Autors zugrunde, die von seiner Flucht vor dem Bürgerkrieg in Bosnien und dem Ankommen im Westen handelt.

In den THEATERLABOREN spielen WAHN UND WIRKLICHKEIT eine zentrale Rolle. Dort eröffnen wir einen freien Raum für theatrale Experimente.

Unmittelbar mit den Überlegungen zu Heimat ist die Frage nach unserer Herkunft verbunden. Sie gehört seit der Antike zu den Archetypen des Theaters und gewinnt zurzeit an besonderer Aktualität, in manchen Tagen an politischer Brisanz. Das deutsche Wort „Wirklichkeit“ trägt das Verb „wirken“ in sich – also das gegenwärtige Handeln. In diesem Sinne lade ich Sie zum Mitmachen ein, denn Ihr Mitwirken ermöglicht unmittelbare Einblicke in nebeneinander existierende Wirklichkeiten dieser Stadt und lässt uns wichtige Themen miteinander in Kunst umsetzen. Meine Aufgabe, die Menschen aus der Stadt und aus den Ensembles im VOLKSTHEATER durch künstlerische Aktivitäten miteinander zu verbinden, erfüllt mich mit Stolz. Wie Sie an den Projekten und Angeboten des VOLKSTHEATERS teilnehmen können, erfahren Sie auf den nachfolgenden Seiten. Ich freue mich auf Sie und heiße Sie auch in meiner Muttersprache willkommen: Serdecznie zapraszam do naszego teatru!

Ihre
Beata Anna Schmutz

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